Basics: Offsetdruck

 
 

Prozess-Standard Offsetdruck


Macht Drucken einfach...

war das Schlagwort 1997 der Werbeindustrie speziell im Hinblick auf die Produktion von Anzeigen in unterschiedlichen Druckverfahren wie Offsetdruck, Tiefdruck und Zeitungsdruck. Auf Initiative des bvdm (Bundesverband Druck Medien) wurde der MedienStandard Druck unter Mitwirkung von Praktikern aus Vorstufe und Druck, Wissenschaftlern und Softwareentwicklern geboren. Der bisher gültige Standard von 1989/95 erforderte eine Überarbeitung, da sich wesentliche Parameter in der Produktion durch neue, oder perfektionierte alte, Technologien änderte. Die Standardisierungsbemühungen schlugen sich 2001 in DIN-ISO Normen nieder. Mit großer Unterstützung und Entwicklungsarbeit der Ugra / Fogra und den entwickelten Kontroll- und Prüfmittel wurde ein praktikabler und daher umsetzbarer Standard geschaffen.


Warum Standardisierung?

Eine hohe Druckqualität ist nur erreichbar, wenn Produktionsprozesse wiederholbar sind und in allen Produktionsstufen wirtschaftlich und technisch sinnvolle Sollwerte und Toleranzbereiche eingehalten werden. Mit entsprechenden Kontroll- und Prüfmittel kann schnell und sicher die Einhaltung dieser Festlegungen und Toleranzen überwacht werden.

Die Standardisierung umfasst u.a. neben den vorgeschlagenen Prüf- und Kontrollmitteln, Festlegungen im Vorlagen-, Daten-, Formherstellung- und Druckbereich.


Hier sind die vom bvdm/Fogra herausgegebenen Publikationen „MedienStandard Druck“(technische Richtlinien für Daten und Prüfdrucke) und „ProzessStandard Offsetdruck (mit Beschreibungen und Handlungsanweisungen für alle Stufen der Produktion), äußerst hilfreich und dringend zu empfehlen.

Einen hohen Stellenwert nimmt in diesem Zusammenhang die Farbmessung und das Farbmanagement (Colormanagement) ein. Auf die Möglichkeiten von Colormanagement und Colormanagementsystemen (CMS) wird in einem gesonderten Beitrag eingegangen, hier nur rudimentär und soweit zum Verständnis erforderlich.


Standardisierung nutzt allen!

Sie nutzt dem Datenlieferanten aus der Vorstufe, der seine Daten mit den ISO-Profilen der ECI versehen hat und der einen verbindlichen Prüfdruck (Proof) zur Abstimmung des Auflagendrucks vorlegt. Die Standardisierung nutzt dem Drucker, da er in der Lage ist, Produktionsprozesse innerhalb von Toleranzen wiederholbar zu gestalten und seine Kosten durch geringeren Ausschuss zu senken. Sie nutzt dem Kunden, der seine Bilder auch aus früheren Produktionen im Druck in einer gleichbeleibenden Qualität wieder erkennt.


Vorteile der Standardisierung klar herausgestellt:

  1. Bessere Verständigung durch gleiche Sprache zwischen Agentur, Reproduktions- und Druckbetrieb,

  2. gezielte Fertigung von Reproduktionen,

  3. problemloses Drucken von Sammelformen,

  4. weniger Fehlkopien,

  5. verkürzte Abstimmzeiten an der Druckmaschine,

  6. engere Toleranzen im Druck.

Daraus ergeben sich:

  1. erhöhte Produktionssicherheit durch reibungslosen Ablauf,

  2. reduzierte Kosten für Material und Zeit,

  3. Qualitätssteigerung des Druckprodukts.


Herkömmliche Plattenkopie, Computer to Film (CtF) oder Computer to Plate (CtP)?

Für den Kunden oder für den Datenlieferanten darf es keine Rolle spielen, über welche technische Einrichtung die Druckerei verfügt und wie sie produziert!

Wichtig ist das Endergebnis, der Auflagendruck. Dieser darf unter Abgleichung oben genannter Systeme, optisch nicht unterschiedlich ausfallen. Dies bedeutet, dass Volltonfärbungen und Tonwertzunahmen den vorgegebenen Richtlinien der Standardisierung entsprechen müssen, egal welches System eingesetzt und auf welcher Druckmaschine gedruckt wird.

Noch einmal deutlich: Die Transferkurven von CtP – Systemen sind so anzupassen, dass optisch gleiche Druck – Endergebnisse zur analogen Herstellung erzielt werden.


Densitometrie – Farbdichtemessung
Unter Densitometrie versteht man die Messung von optischer Dichten von bunten und unbunten transparenten Schichten. Unterschieden werden Auflicht- und Durchlichtdensitometer. Diese dienen der Kontrolle von Tonwerten auf Filmen
















                            Schematische Darstellung eines Auflichtdensitometers


Auflichtdensitometer und Farbmessgeräte arbeiten im sichtbaren Spektralbereich nach dem Fotometerprinzip. Densitometer resp. Dreibereichs-Colorimetermessen messen schmalbandig nur an drei Stellen des Spektralbereichs (430 nm, 540 nm, 620 nm). Farbmessgeräte(Spektraldensitometer) decken dagegen den gesamten sichtbaren Spektralbereich ab.

Densitometer werden in der Druckindustrie hauptsächlich zur indirekten Beurteilung der Schichtdicke der Primärfarben Cyan (C), Magenta (M), Gelb/Yellow (Y) und Schwarz /Key (K) eingesetzt. Farbmessgeräte dienen dazu, das visuelle Urteil über die optische Erscheinung zahlenmäßig zu erfassen und dadurch z. B. Farbabweichungen objektiv zu beschreiben oder Rezepturberechnungen möglich zu machen